Streifzug: Brauchen Immobilien denn immer einen eigenen Namen?

Oliver Barnert: Ja – unbedingt: Namen wecken Bilder, Assoziationen, Gefühle, Stimmungen und Erinnerungen. Genau das will man bei einem zukünftigen Immobilien-Käufer entfachen – ein echtes Markenerlebnis. Mittels des Namens wird das Objekt bekannt gemacht, emotional aufgeladen und gegenüber der Konkurrenz positioniert. Er ist integraler Bestandteil der Identität und des Charakters einer Immobilie: Er bringt die Positionierung auf den Punkt. Gute Objektnamen sind kein schmückendes Beiwerk, sie bringen echten Mehrwert – auch finanziellen. Wer mit dem Namenstitel einer Immobilie und dem dazugehörigen Konzept den Ton seiner Zielgruppe trifft, kann selbst vermeintliche Problemimmobilien erfolgreich vermarkten.

Vera Barnert: Auffällig ist auch der geradezu inflationäre Gebrauch von Gärten, Höfen, Palais und Residenzen. Das ist nicht nur langweilig und einfallslos – der zukünftige Käufer glaubt es auch nicht mehr. Bei manchen Bauträgern heißt mittlerweile alles Höfe oder Plaza, was vier Wände und ein Dach hat.
Der Immobilienname allein zieht jedoch bei der Vermarktung nicht. Um erfolgreich zu sein, muss er mit einer Geschichte verknüpft werden. „Menschen lieben Geschichten“.

Quelle: Auszug Interview STREIFZUG | MÜNCHEN